Mittwoch, 14. November 2018
Notruf: 112

4.200 Euro für die Helfer vor Ort

Daimler AG spendet Notfallrucksäcke für First Responder in Neckartailfingen

Im Notfall zählt jede Sekunde! Deswegen überbrücken die Sanitäter, Rettungsassistenten und Notfallsanitäter der Feuerwehr Neckartailfingen bei medizinischen Notfällen die teils längeren Anfahrtszeiten der Notärzte und des Rettungsdienstes um schwere gesundheitliche Schäden oder lebensbedrohliche Situationen abzuwenden. Aufgrund der geographischen Lage im Neckartal kann es durchaus vorkommen, dass der Rettungsdienst erst nach 15 bis 20 Minuten in Neckartailfingen vor Ort ist. Wichtige Minuten, die ein Notfallpatient nicht hat, denn je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger ist der Heilungsablauf. Die First Responder (auch Helfer vor Ort genannt) werden zeitgleich über die Notrufnummer 112 informiert und sind dann schnell zur Stelle. Alle haben mindestens eine Sanitätsausbildung oder eine mehrjährige Berufsausbildung in der Notfallmedizin und wissen so, was zu tun ist und können schon erste lebensrettende Maßnahmen ergreifen noch bevor der Rettungsdienst eintrifft.

Da die First Responder ihre Einsätze nicht abrechnen können und von den Krankenkassen nicht finanziert werden und die Helfer ihre Einsätze nicht abrechnen können, fehlt es oftmals an der speziellen und teilweise teuren Notfallausrüstung. "Wir machen alles ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung, ein Großteil unserer Ausrüstung ist privat finanziert", erklärt Andreas Thumm, Kommandant der Feuerwehr. Dabei haben die freiwilligen Feuerwehrleute schon so manch einem das Leben gerettet, denn sie sind die ersten bei einem Unfall oder sonstigem Notfall und verkürzen im Ernstfall die Zeit, bis der Notarzt eintrifft. Denn häufig kommt es auf die Minute an, zum Beispiel bei Schlaganfällen, Herzinfarkten oder dem plötzlichen Herztod, erklärt der Kommandant. Umso größer war bei den Feuerwehrleuten die Freude, als sie die Nachricht aus der Konzernzentrale der Daimler AG erhielten, dass das Unternehmen und die Belegschaft mit der Aktion „ProCent“ der Feuerwehr Neckartailfingen neun Notfallrucksäcke im Wert von 4.200 Euro finanziert. ProCent ist eine Initiative des Daimler-Gesamtbetriebsrates, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Daimler AG in Deutschland freiwillig die Cent-Beträge ihres Nettomonatslohns für gemeinnützige Projekte spenden. Das Unternehmen verdoppelt die von der Belegschaft gespendete Summe.

Auch Star Care unterstützt die Neckartailfinger Feuerwehr. Die Initiative von Mitarbeitern der Daimler AG und Partnerunternehmen überreichte Anfang des Jahres der Feuerwehr einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro. Dank dieser Spende konnte eine spezielle Ausrüstung für Kindernotfälle beschafft werden, denn gerade bei Säuglingen und Kleinkindern stießen die Sanitäter mit der bisherigen Ausrüstung - die eigentlich nur für Erwachsene ausgelegt ist - an ihre Grenzen. Mit der Kindernotfalltasche sind die Helfer für Kindernotfälle bestens gerüstet. Die Ausrüstung reicht vom Kinderpflaster oder einer Blutdruckmanschette mit Tiermotiv bis hin zur Intubation, die dann notwendig werden kann, wenn ein Säugling oder Kind einen Atemstillstand erleidet und künstlich beatmet werden muss. 

"Die Leute sind froh, wenn wir kommen

Derzeit sind zehn Männer und Frauen als First Responder in Neckartailfingen aktiv: Andreas Kuhn, Andreas Thumm, Armin Kölblin, Filippo Tomasello, Gerd-Uwe Hecke, Jörg Löffler, Kurt Post, Kay Wurmbauer, Simone Kümmerle und Sebastian Kurz. Sie sind 24 Stunden am Tag mit dem Piepser erreichbar und rücken im Notfall jederzeit aus. Jährlich werden die Helfer vor Ort zu über 100 Einsätzen gerufen. Die Leute seien froh, wenn die Helfer vor Ort kommen, erzählte Andreas Thumm. Weil die Bürgerinnen und Bürger die Arbeit der First Responder zu schätzen wissen, ist auch die Spendenbereitschaft in der knapp 4.000 Einwohner zählenden Gemeinde sehr hoch. Dieses Jahr erhielten die Ersthelfer Spenden in Höhe von rund 18.000 Euro. Mit dem Geld möchte die Feuerwehr im kommenden Jahr ein Einsatzfahrzeug für die First Responder beschaffen, denn bisher rücken die Einsatzkräfte mit ihren Privatfahrzeugen aus. Für die Finanzierung des Fahrzeugs fehlen jedoch noch die letzten finanziellen Mittel.

Das Spendenkonto für das Einsatzfahrzeug der Helfer vor Ort: Gemeinde Neckartailfingen, IBAN: DE81 6115 0020 0048 2010 81, BIC: ESSLDE66XXX, Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Stichwort: "Helfer vor Ort"

 

 

 

 

 

 

 

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